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Hochsaison: Peter und Gabriele Griese machten das Freibad in Sieversen
zum Familienbad

Ihre Herzen schlagen fürs Waldbad

Die Schwimmkurse sind gut besucht, ihre Sprüche Kult, und die
Eintrittspreise sind seit Jahren unverändert. Jetzt geht es ins
zehnte Jahr.

Von Uschi Tisson

Sieversen -

Ein wolkenloser Himmel, hochsommerliche Temperaturen, leichter Wind -
das macht Lust auf Baden. "Darauf haben wir lange gewartet", sagt
Schwimmmeister Peter Griese, der im Waldbad Sieversen täglich
Hunderte Besucher begrüßt. "Das vergangene Jahr hat uns nicht gerade
verwöhnt. Und auch in diesem Jahr waren nur die ersten Wochen der
Badesaison wunderbar. Höchste Zeit, dass es wieder besser wurde."
Seitdem Peter Griese (68) und seine Frau Gabriele (58) vor neun Jahren
die Leitung des Freibades übernommen haben, sind sie wetterbedingten
Kummer gewohnt, "doch dass überhaupt kein Mensch zu uns kam, das ist
tatsächlich in diesem Jahr das erste Mal passiert." Täglich mit
dabei - auch Regen lässt sie nicht davon abhalten - sind Daniela
Suljic aus Nenndorf mit ihrem Töchterchen Xenia-Aylin (6) und Nichte
Janina (11). "Wir verbringen viel Zeit hier im Waldbad", sagt Daniela
Suljic, "oft kommen wir sogar noch einmal abends her. Beide Mädchen
haben hier schwimmen gelernt."

Sieversen sollte eigentlich die erste Station von vielen auf einer
Reise quer durch Deutschland sein, nachdem die Grieses beschlossen
hatten, ihre Heimatstadt Stralsund zu verlassen. Peter Griese wollte
sich nach seiner Pensionierung als Diplom-Sportlehrer noch nicht mit
dem Ruhestand zufriedengeben und suchte mit Ehefrau Gabriele neue
Aufgaben. Die gab ihren Job als Kosmetikerin auf. "Auf das Job-Gesuch
der beiden meldete sich die Gemeinde Rosengarten als erste. "Das
Angebot, sich um das Waldbad zu kümmern, nahmen wir an, und unseren
Plan weiter zu ziehen, gaben wir auf", sagt Gabriele Griese, "schnell
stellten wir fest, dass uns die Gegend und die Menschen gefielen. Nun
leben wir seitdem ein halbes Jahr in Sieversen und den Winter über in
Stralsund."

Nachdem die Grieses im Jahre 2000 ihre Arbeit aufgenommen hatten,
entwickelte sich das 1955 eröffnete Waldbad Sieversen immer mehr zu
einem Familienbad. Schon um 6 Uhr tummeln sich hier die ersten
Frühschwimmer im konstant auf 23 Grad gehaltenen Heide-Wasser. Neben
einem Nichtschwimmerteil gibt es ein Baby-Becken. Eine Liegewiese mit
Spielplatz ergänzt das Angebot für die Kinder. Ab 18 Uhr ist die
Beach-Volleyball-Anlage geöffnet.

Außerdem bieten die Grieses Schwimmkurse für alle Altersgruppen.
Hier kommt das Markenzeichen von Peter Griese zum Einsatz: der
Schnurrbart. "Den trage ich wie das Maskottchen 'Antje' vom NDR. An
meinem Bart können die Kinder genau sehen, wie ich beim Schwimmen
atme und die Übungen leichter nachmachen."

Das Besondere am Waldbad Sieversen: "Die Eintritts-Preise sind seitdem
wir hier sind nicht erhöht worden", sagt Peter Griese, "Erwachsene
zahlen 2, Kinder 1 Euro pro Tag. Der Nachwuchs aus Rosengarten sind
für eine Schutzgebühr von 2,50 Euro die ganze Saison mit dabei."

Am 15. September endet die Badezeit. Dann heißt es wieder Koffer
packen für die Grieses. Es geht zurück nach Stralsund.

Ob sie auch im nächsten Jahr wieder nach Sieversen kommen, ist noch
nicht klar. "Wenn die Gemeinde Rosengarten uns braucht, kommen wir
zurück und machen die zehn Jahre voll."

Fest steht, dass Peter Griese später als Skipper für eine Rügener
Charter-Gesellschaft das Kommando auf Segelbooten übernehmen will.
Die aufmunternden und zum Nachdenken anregenden Sprüche, mit denen
die Grieses täglich wechselnd ihre Badegäste begrüßen, werden dann
allen fehlen. Einer davon: "Für Nichtschwimmer ist Apfelstrudel
ungefährlich."

erschienen am 31. Juli 2008

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